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"Wolverine - Weg des Kriegers"

Der vorangegangene Wolverine-Stand Alone-Film wurde damals nur zwiespältig aufgenommen, vor allem die Darstellung von Fan-Liebling Deadpool wurde von vielen Zuschauern (zurecht) stark kritisiert. Diesmal sollte es also besser werden und sämtliche Anhänger vom grimmigen Logan zufriedenstellen. Die Vorzeichen standen sogar wirklich gut: Hugh Jackman als Zuschauermagnet ist wieder an Bord, Comic-Verfilmungen haben momentan einen Riesen-Boom und James Mangold, der uns schon so tolle Filme wie „Walk the Line“, „Identität“ und den hervorragenden „Cop Land“ bescherte, nimmt auf dem Regie-Stuhl platz. Also stehen eigentlich alle Zeichen auf Hit. Überhaupt keine Frage, dass sich „Wolverine – Weg des Kriegers“ in die Liste der gelungenen Comic-Verfilmungen irgendwo zwischen „The Avengers“ und „Watchmen“ einreiht. Tja, erstens kommt es anders und zweitens... Ach, Scheiße!

Um es vorweg zu nehmen, ich bin absolut kein Fan von Hugh Jackman. Ich halte ihn sogar für ziemlich talentfrei und konnte ihn bislang wirklich nur in seiner Rolle als Wolverine ertragen. Wenn ich dann aus dem Kino komme und mein Fazit lautet, dass er sich souverän durch ein Desaster spielt, er der einzige Lichtblick ist - ja, Mr. Jackman mir sogar leid tut an dieser mittelschweren cineastischen Katastrophe mitgewirkt zu haben – dann ist wirklich etwas falsch gelaufen!

Was genau so schlecht ist? Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...

Eigentlich hätte ich schon skeptisch werden sollen, als direkt am Anfang ein richtig mies gemachter CGI-Bär durch den Wald trottet. Und „mies“ beschreibt noch nicht einmal im Ansatz wie kacke dieser Bär aussieht. Würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn das Vieh auf einer Playstation 1 gerendert worden ist. Ärgerlich, gerade wenn man bedenkt, dass uns die dritte Staffel „Game of Thrones“ vor kurzem noch gezeigt hat wie großartig es aussieht einen echten Bären zu benutzen. Und dabei handelt es sich immer noch 'nur' um eine TV-Serie. Warum ich mich so über einen doofen, unwichtigen Bären aufrege? Ganz einfach, das ist nur ein Beispiel dafür, wie lieblos hingerotzt der ganze Film wirkt.

Nehmen wir nur mal die Story, die so dünn ist, dass sie die Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient. Logan, der eigentlich keinen Bock mehr hat Wolverine zu sein, wird nach Japan gebracht, wo ihm ein alter Mann anbietet ihn sterblich zu machen und diese Kraft auf den im Sterben liegenden Alten zu transferieren. Logan lehnt ab, der Alte stirbt. Auf der Beerdigung tauchen plötzlich böse Leute auf, die gemäß ihrer bösen Natur die Enkeltochter entführen wollen, eine böse Frau blockiert Wolverines Selbstheilung, aus dem Grund, dass sie einfach noch böser als alle anderen Bösen ist. Voll böse! Njoa, das war's eigentlich. Warum die Böseste der Bösen so böse ist, wird nicht erklärt. Sie ist halt einfach böse. Frisst das, ihr doofen Zuschauer!

Zu der gelinde gesagt simplen „Geschichte“ gesellen sich noch ein paar böse Logiklöcher, hölzerne Dialoge und schlichtweg dumme Szenen, die den Film schließlich gänzlich ins Lächerliche abdriften lassen. Ein spoilerfreies Beispiel: An einer Stelle steigt Wolverine bei einer Verbündeten ins Auto: „Fahr los!“ - „Logan, ich muss dir was sagen.“ - „Fahr los!“ - „Logan, ich...“ - „Fahr!“. Also fahren sie den ganzen Weg von Nagasaki bis Tokio, reden scheinbar kein einziges Wort während der mehrstündigen Autofahrt und als sie endlich ankommen erzählt sie dann, was ja so wichtig war. Ich kenn mich mit japanischen Traditionen nicht so aus, aber ich gehe mal fest davon aus, dass reden bei einer Autofahrt nicht verboten ist. Und dies ist wahrhaftig nur eine der harmloseren dummen Szenen.

Wer sich jetzt denkt: „Da kann ich locker drüber wegsehen solange es fette Action gibt“, den muss ich auch hier leider enttäuschen. Es gibt in den gesamten zwei Stunden nur vier kurze Action-Szenen, die man auch wirklich als solche bezeichnen kann. Und von denen ist auch nur eine ganz OK. Die meiste Zeit wird gefüllt mit einem grimmig dreinschauenden Hugh Jackman, dämlichem Gesülze und nervigen Traumsequenzen, bei denen man spätestens während der Dritten aufstehen und „Halt endlich die Fresse!“ rufen möchte. Nicht einmal der Showdown ist sonderlich aufregend, wirkt sogar eher ungewollt komisch.

Nach dem Abspann wird dann zwar noch versucht wenigstens etwas Fan-Service zu bieten,

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Magneto und Captain Picard auf einem Schäuble-Moped suchen Logan auf

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aber das rettet den Film auch nicht mehr vor dem Urteil, dass „Wolverine – Weg des Krieger“ schnell und lieblos hingeschludert wurde um den Leuten ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Film ist richtig, richtig, richtig schlecht. Man merkt an allen Ecken und Enden, dass sich überhaupt keine Mühe gegeben wurde, da die Leute ja eh ins Kino rennen, wenn der Wolverine-Stempel auf den Plakaten prangt. Anders lässt sich nicht erklären wie dieses Drehbuch überhaupt durchgewunken werden konnte. Wahrscheinlich haben die Studiobosse bei 20th Century Fox auch nur das Wort 'Wolverine' gelesen und der Rest wurde von den Dollarzeichen in den Augen verdeckt.

Wer ihn immer noch unbedingt sehen will, sollte zumindest warten bis man ihn aus der Videothek ausleihen kann. Eine Kinokarte für dieses Machwerk ist Abzocke.

-Chris-

5.8.13 15:43
 


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