Chris' & Seb's Nerdblog
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"The Last of Us" - Review

Selten ist es mir so schwer gefallen etwas über ein Spiel zu schreiben. Nicht etwa weil es so schlecht ist - ganz im Gegenteil! - „The Last of Us“ hat mich einfach so geflasht, dass mir die Worte fehlen. Dass uns ein gutes Game erwarten würde, war ja schon irgendwie klar, schließlich ist es von Naughty Dog, eben jenem Entwicklerteam, welches uns schon mit „Crash Bandicoot“, „Jak & Daxter“ und Nathan Drake in „Uncharted“ unzählige Stunden Spielspaß bescherte. Aber wer hätte damit gerechnet, dass der Titel nicht einfach nur gut ist, sondern einem gleich den Boden unter den Füßen wegzieht? Seit Telltale Games' „The Walking Dead“ war ich nicht mehr so involviert in ein Spiel. Boah! Was ein Brett!

Nachdem ich jetzt meine Begeisterung herausposaunt habe, versuche ich mal einen halbwegs objektiven Eindruck zu geben:

Zur Story will ich gar nicht viel sagen, da man sonst Gefahr läuft zu viel zu verraten. Die Ausgangslage dürfte ohnehin fast jeder kennen: In einer nicht allzu entfernten Zukunft existiert die Welt nicht mehr so wie wir sie kennen, denn ein Pilz hat den den Großteil der Menschheit infiziert und sie zu willenlosen, aggressiven (Zombie-ähnlichen) Bestien mutieren lassen. Einstige Metropolen sind verlassen und liegen fest in der Hand von Infizierten. Nur ein paar marodierende Banden haben an einigen Stellen ihr Lager aufgeschlagen und hoffen verzweifelte Reisende in einen Hinterhalt zu locken.

Die meisten Überlebenden haben sich in Quarantänezonen versammelt, die von verbliebenen Militärs regiert werden und versuchen ein halbwegs normales Leben zu führen. Die Vorräte sind jedoch äußerst knapp und seit einiger Zeit tobt auch noch ein Guerilla-Krieg zwischen dem Militär und der Widerstandstruppe 'Fireflies'. Menschlichkeit ist in der Welt von „The Last of Us“ durch den nackten Kampf ums Überleben ersetzt worden.

Hier übernimmt man die Rolle des Schmugglers Joel, der sich mit seiner Partnerin Tess öfters aus der Zone herausschleicht um Güter zu beschaffen. Durch einen Zufall treffen die beiden auf die verwundete Anführerin der Fireflies, die ihnen den Auftrag gibt etwas aus der Stadt zu schmuggeln und an eine bereits außerhalb wartende Gruppe der Widerstandsbewegung zu übergeben. Die Überraschung ist groß, als die beiden schließlich feststellen, dass es sich bei der Schmuggelware um ein etwa 13-jähriges Mädchen namens Ellie handelt und sogar noch größer als sie erfahren, dass Ellie scheinbar immun gegen den Pilz-Virus ist und somit die Rettung für den kümmerlichen Rest der Menschheit sein könnte. Nun beginnt eine Reise quer durch das trostlose Land, vorbei an unzähligen Gefahren, diesem winzigen Hoffnungsschimmer entgegen.

Ihr merkt schon, die Story ist nicht gerade Oscar würdig und wird auch im weiteren Spielverlauf immer wieder von gängigen Endzeit-Klischees ergänzt. Typisch für Naughty Dog sind die Charaktere und Dialoge jedoch fantastisch geschrieben und ausgearbeitet. Die Figuren haben alle ihre nachvollziehbaren Eigenheiten, entwickeln sich weiter und erschaffen so, in Verbundenheit mit der toll designten Spielwelt, eine authentische Atmosphäre, die den Spieler quasi in sich aufsaugt. Das sieht man vor allem an der Beziehung zwischen Joel und Ellie, die sich erst dagegen sträuben miteinander auszukommen, schließlich aber doch ein eingespieltes Team werden und sich langsam eine emotionale Bindung entwickelt.

Gerade der Ellie-Charakter macht einfach Spaß, da sie nie ein nerviges Anhängsel ist. Es ist interessant ihr zuzuhören, wenn sie zum ersten mal die 'Wunder' außerhalb der Quarantänezone entdeckt oder versucht sich selbst das Pfeifen beizubringen. Schön auch, dass sie nicht einfach nur Kind oder nur abgehärtetes Mädel in einer rauen Welt ist. Vielmehr merkt man der Figur an, dass sie in dieser Welt einer Kindheit beraubt wurde und sich zumindest äußerlich immer als tough präsentieren musste, an einigen Stellen dann aber doch immer wieder zum Vorschein kommt, dass sie eigentlich ein zerbrechlicher junger Mensch ist. Ellie wird durch den kernigen Joel perfekt ergänzt.

Die schon erwähnte Atmosphäre ist auch essenzieller Teil des Gameplays. Ob man die verlassenen Ruinen einst prachtvoller Städte nach verwertbaren Gegenständen erkundet, sich an einer Horde Infizierter vorbei schleicht oder sich ein Feuergefecht mit einer Räuberbande liefert, „The Last of Us“ ist immer spannend, fordernd und intensiv. Das Spiel versteht es dem Spieler das Gefühl zu geben sich tatsächlich im Überlebenskampf zu befinden.

Vor allem die Gefechte mit menschlichen Gegnern fühlen sich ungemein packend an, da Joel nicht viel einstecken kann, mit seiner meist knappen Munition haushalten muss und die KI versucht den Kreis um den Spieler immer enger zu ziehen.

Auch wenn man wohl durch das Spiel kommt, wenn man immer die offene Konfrontation sucht, ist das Gameplay doch klar auf Stealth ausgerichtet. Die Mechanik funktioniert hervorragend und dazu ist es unglaublich befriedigend die Gegner zu überlisten und in die eigene Falle gehen zu lassen. Hilfreich sind hier vor allem Rauchgranaten, Molotov-Cocktails und Nagelbomben, die sich mit gefundenen Gegenständen herstellen lassen, genauso wie sich Joels Waffen mit gesammelten Werkzeugteilen aufrüsten lassen.

Beim Kampf gegen Infizierte ist das Schleichen sogar Pflicht. Kann man die normal Mutierten 'Runner' noch im Kampf besiegen, kommt man gegen die sogenannten 'Clicker' nur mit leisem Vorgehen an. Die Clicker sind blind und 'sehen' quasi durch ihr abgesondertes klicken. Kriegt einen ein Clicker zu packen ist man sofort tot. Hinzu kommt, dass die Viecher schaurig-schön designt sind, so dass es einem immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen lässt, wenn man in einen dunklen Raum stolpert und das charakteristische klicken ertönt. Joel ist jedoch auch hier nicht ganz wehrlos, da er in den sogennanten 'Lauschmodus' wechseln kann, der es ihm erlaubt Gegner im Areal zu orten, wenn sie denn Geräusche machen. Dies ist aber vollkommen optional und kann für das Hardcore-Spielerlebnis also auch ignoriert werden. Übermächtig ist dieser Modus allerdings auch nicht, das Spiel hat insgesamt ein sehr gutes Balancing. Es ist oft fordernd, aber fair.

Muss ich zur Technik eines Naughty Dog Games eigentlich überhaupt etwas sagen? Vielleicht nur so viel: Es sieht gewohnt großartig aus! Die komplette Welt wirkt sowohl in Farbgebung, als auch Design ungemein stimmig und authentisch. Allgemein lässt sich sagen, dass es, trotz der ein oder anderen matschigen Textur, eines der schönsten Spiele dieser Konsolengeneration ist.

Die Mischung aus spannendem Gameplay, tollen Charakteren und passendem Look sorgt dafür, dass „The Last of Us“ eines dieser Spiele ist, in denen man sich verlieren kann.

Fazit? Kaufen!

Anders kann ich es wirklich nicht sagen. „The Last of Us“ muss man als echter Gamer einfach gespielt haben. Was einem hier an Atmosphäre, Inszenierung und Spannung geboten wird, ist schlichtweg atemberaubend. Es ist eines dieser Spiele, wo wirklich jedes Rädchen ineinander greift: die Grafik ist top, das Gameplay packend, die Charaktere gehen einem echt nah und man möchte unbedingt wissen, was als nächstes passiert. Auch wenn ich mich persönlich ziemlich umstellen musste, weil ich normalerweise eher nicht so der Stealth-Spieler bin, hat mir nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wirklich jedes Gefecht Spaß gemacht. Alles wirkt so stimmig, griffig und... ja, eben authentisch. „The Last of Us“ ist wirklich rundum gelungen und ist ein Pflicht-Titel für jeden mit einer Playstation 3. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass auch eingefleischte Xbox 360-Jünger sich mal überlegen sollten, sich mit diesem Spiel als Anreiz auch noch eine PS3 zuzulegen.

Naughty Dog ist hier was Großes gelungen. Eines der besten Spiele dieser Generation.

-Chris-

18.7.13 16:48
 


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