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"Tomb Raider"

Was macht man heutzutage wenn eine alteingesessene Spielemarke nicht mehr funktioniert? Richtig! Einen Reboot.

Obwohl schon so viele Spieleserien daran gescheitert sind, hat ja schon Kollege Dante von Capcom bewiesen, dass so ein Neustart kein hoffnungsloses Unterfangen sein muss (mehr dazu demnächst). Doch kann man eine Figur, die so tief in der Popkultur verwurzelt ist wie Lara Croft, wirklich einfach neu definieren? Crystal Dynamics sagt „JA“ und serviert uns mit dem schlicht betitelten „Tomb Raider“ einen fetten Action-Blockbuster, der zwar NULL Innovationen bietet, aber über die komplette Spieldauer super Unterhaltung liefert. Ich jedenfalls habe mich zu keiner Sekunde gelangweilt und würde sogar so weit gehen zu sagen, dass dieser Re-Boot der rundeste Serienteil ist.

„WAAAAAAAAAAAS?!?“

Ich kann die Schreie der Empörung bis hierhin hören und würde wohl in so ziemlich jedem Gaming-Forum entweder von selbst ernannten Experten belehrt werden, wie wenig Ahnung ich doch habe oder würde erfahren wie viele Minderjährige schon was mit meiner Mutter hatten, aber das ist wirklich meine Meinung. Seien wir doch mal ehrlich: Wir schauen seit Jahren mit verklärter Nostalgie auf die alten Teile. Die Stories waren Müll und die Steuerung kam aus der Hölle. Was uns so positiv in Erinnerung bleibt ist doch wohl vielmehr die damals noch neue Erfahrung geboten bekommen zu haben, ein richtiges Indiana Jones-mäßiges Abenteuer zu erleben.

Versteht mich nicht falsch! Die „Tomb Raider“-Teile waren in ihrer Zeit gute Games, aber das Gameplay (und die vorhandenen Schwächen) würden wohl heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Wir haben damals während dem Erkunden der Spielwelt noch über die Mängel hinwegsehen können (Experience over Gameplay), mittlerweile sind sie aber unübersehbar.

Klar, die Story vom Reboot gewinnt auch keinen Preis für Originalität, aber die Steuerung fühlt sich in jeder Situation geschmeidig (selbst das automatische In Deckung-gehen funktioniert hervorragend) und kontextsensitiv an. Vorbei sind die Zeiten, in denen Sprünge auf Sekunde und Millimeter genau getimed werden mussten. Heureka!

Doch mal schnell zur kurz (und spoilerfrei!) erzählten Handlung: Lara Croft hat gerade ihren Uni-Abschluss in der Tasche und will sich beweisen. Sie heuert auf dem Schiff Endurance an, dessen Crew sich auf Drängen von Lara, an die Suche nach der geheimnisvollen Insel Yamatai macht. Das Schiff gerät in einen Sturm, geht unter und Lara strandet alleine an der Küste. Im weiteren Verlauf muss Lara ihre Freunde finden, das Geheimnis der Insel lüften (, die seltsamerweise jeden Fluchtversuch verhindert) und gegen einen mysteriösen Kult kämpfen, dessen Anführer (keine Sorge; es ist NICHT Aiman Abdallah) die Überlebenden der Endurance tot sehen will.

So belanglos die Story in dieser Kurzzusammenfassung wirkt, so spannend wird sie jedoch erzählt. Man möchte, gerade aufgrund der tollen Inszenierung, eigentlich immer wissen wie es weitergeht.

Die Charaktere sind allerdings weniger gelungen. Während Lara einem ja doch auch gerade wegen ihrer (anfänglichen) Zerbrechlichkeit und Menschlichkeit sympathisch ist und auch halbwegs glaubhaft rüberkommt, sind ihre Freunde allesamt nervig, dumm und unnütz (apropos: Spiel unbedingt auf Englisch stellen! Nora Tschirner (als Laras Stimme) ist scheiße!). Auch Laras Wandlung vom schüchternen jungen Ding zur kampferprobten Amazone ist erzählerisch eher schwach und hätte mehr Zeit benötigt. Dies ist allerdings verschmerzbar, da dem Blockbuster sonst wohl zu viel Schwung genommen würde. Es fällt auf, stört aber nicht wirklich, da das Spiel nie den Leerlauf bietet, bei dem man sich über so etwas Gedanken macht.

Alles in allem ist „Tomb Raider“ ein Action-Adventure der neuen Schule, sprich: es orientiert sich stark an der „Uncharted“-Formel (klettern, ballern, rätseln). Den oft genannten Kritikpunkt, dass zu viel geballert wird, kann ich hier auch nicht ganz nachvollziehen. Die Feuergefechte in „Uncharted 3“ fühlten sich meiner Meinung nach sogar gestreckter und nerviger an. Schade finde ich eigentlich nur, dass es kaum bis gar keine Zwischenbosse gibt.

Das Erkunden und Rätseln kommt zwar in der Haupthandlung etwas zu kurz, jedoch gibt es optionale versteckte Grabkammern, die erforscht werden können und am Ende mit einem kleinen Rätsel aufwarten.

Eine weitere Gemeinsamkeit mit Nathan Drakes Abenteuern ist die optische Wucht, die einem das Spiel entgegenschlägt. Präsentation und Inszenierung könnten direkt aus einer großen Hollywood-Produktion stammen. Dazu sieht „Tomb Raider“ einfach fantastisch aus und läuft stets ruckelfrei und flüssig. Technisch gehört es ganz klar zu den stärksten Games dieser Konsolengeneration.

 „Tomb Raider“ ist sicherlich kein Spiel, das jeder Gamer mal gespielt haben muss. Dafür bietet es einfach zu wenig Neues. Allerdings macht es alles, was es macht, eben gut bis sehr gut und wirkt trotz kleineren narrativen Mängeln und dem Fokus auf Action niemals plump. Wer keine Reformation des Mediums erwartet und einfach einen tollen Action-Abenteuer-Bombast genießen möchte, sollte unbedingt zugreifen.

 -Chris-

13.6.13 18:34
 


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