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"The Amazing Spider-Man"

Nach den kommerziell erfolgreichen, von Fans der Comic-Vorlage jedoch eher schlecht aufgenommenen, „Spider-Man“-Filmen von Regisseur Sam Raimi mit Tobey Maguire als Spinnenmann, hat sich Sony Pictures also dazu entschlossen schon kurze Zeit später die Geschichte zu rebooten. Alles wird auf Null gestellt. Der Grund dafür ist klar: ein neuer Film muss her, weil sonst die Rechte am Spidey-Franchise zurück zum Schöpfer Marvel gehen, die seitdem sie Disney im Rücken haben, immer wieder bewiesen haben wie gut sie ihre Marken auf der großen Leinwand inszenieren können. Nun also wieder Sony mit „The Amazing Spider-Man“. Der Titel wird sich ausgeborgt vom wohl bekanntesten und erfolgreichsten Universum rund um die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, was bei der Ankündigung wohl bei einigen Nerds für feuchte Höschen gesorgt haben dürfte. Doch hat der neue Spidey überhaupt was Neues zu bieten oder wird uns hier einfach nur alter Käse neu aufgewärmt?

Hmm… teils, teils. Die Enstehungsgeschichte von Spider-Man ist quasi haargenau die Gleiche. Klar, viel kann man da nicht verändern und wenn man ganz neu anfängt muss man ja schon erklären wie Peter Parker (Andrew Garfield) schließlich zum Helden im rot-blauen Strampler wird, aber es zieht sich alles viel zu lange. Vielleicht liegt es daran, dass die „alten“ Filme ganz einfach noch zu präsent sind, so dass man die Vorgeschichte in ihrer Ausführlichkeit am liebsten überspringen möchte oder auch daran, dass Regisseur Marc Webb einfach nichts einfällt der allseits bekannten Story irgendwie neue Impulse zu verleihen. Ich weiß es nicht genau, sicher ist nur, dass es sich alles etwas zu lange hinzieht und es einem so vorkommt alles schon einmal genau so gesehen zu haben.

Der Plot neben jener Entstehungsgeschichte unterscheidet sich von der Raimi-Trilogie: keine Osbornes, kein Green Goblin und auch keine Mary Jane Watson. Peter Parkers rothaarige Flamme wird in der Funktion als unvermeidliches Love-Interest vom Charakter Gwen Stacy (Emma Stone) ersetzt und Spideys Gegenspieler ist dieses Mal der eigentlich ja ganz nette Dr. Curt Connors (Rhys Ifans), der jedoch zum bösen Lizard mutiert.

Die Love-Story mit der auch aus den Comics bekannten Gwen wirkt frischer und unverbrauchter als die offensichtliche Konstellation mit Mary Jane. Während das Techtelmechtel von Tobey Maguire und Kirsten Dunst als MJ in den letzten Filmen viel zu viel Screentime bekam und somit zur ekligen Hollywood-Schmonzette verkam, ist die Liebelei hier viel straffer inszeniert. Klar, es wird auch bei „The Amazing Spider-Man“ manchmal etwas schmalzig, aber es wirkt alles etwas geerdeter und besser eingebettet, was auch am hervorragenden Cast liegt, der seine Rollen überzeugend darstellt.

Im Gegensatz zur Raimi-Trilogie sind die Rollen sehr passend und teilweise sogar hochkarätig besetzt. Vor allem Hauptdarsteller Andrew Garfield ist hier lobend zu erwähnen, da er den Charakter von Peter Parker sehr gut einfängt. Während ich Milchgesicht Tobey Maguire jedes Mal, wenn er seinen Hundeblick aufsetzte am liebsten verprügelt hätte und sein zu gewollt-sarkastisches Gehabe als Spider-Man einfach nur aufgesetzt wirkte, verkörpert Garfield sowohl Peters Nerd-Charakter als auch sein spinnendes Alter Ego nahezu perfekt. Emma Stone wirkt verglichen mit ihren anderen Rollen etwas blass, spielt die grausige Kirsten Dunst im direkten Vergleich aber locker an die Wand. Die Urgesteine Martin Sheen und Sally Field hatten sichtlich Spaß an ihren Rollen als Onkel Ben und Tante May und auch Rhys Ifans passt mit seiner natürlich arrogant-schrägen Art sehr gut als späterer Antagonist.

Die Story rund um den Lizard wirkt allerdings leider ziemlich hingeschludert. Comic-Leser wissen sowieso was passieren wird, aber wohl selbst die dümmste Kartoffel dürfte den Plot nach wenigen Szenen durchschaut haben. Gepaart mit der bereits erwähnten Ideenlosigkeit der Regie ist das alles wenig überzeugend und man wünscht sich eigentlich nur, dass die Action endlich einsetzt.

Diese überzeugt leider nur teilweise. Die Kämpfe selbst sind toll choreografiert und machen tatsächlich Spaß, jedoch werden sie von einem großen Makel getrübt, der sich durch den ganzen Film zieht: zu viel CGI! Klar, auch andere Blockbuster stützen sich oft hauptsächlich auf CGI und einen Superhelden-Film kann man gar nicht ohne drehen, das ist mir schon alles klar. Allerdings wurde hier scheinbar kräftig auf die Budget-Bremse getreten, so dass die visuellen Effekte sehr schwach sind. Gerade im Vergleich mit den Marvel-Filmen wie „Iron Man“ oder „The Avengers“ wirken die Effekte in „The Amazing Spider-Man“ leider sehr plump und billig. Diese und eben auch das erwähnt dünne Drehbuch sowie die wenigen Kulissen verstärken den Eindruck, dass hier einfach auf Nummer Sicher gegangen und schnell ein Film hingeklatscht werden sollte, damit die Lizenz nicht verloren geht.

Ein endgültiges Fazit zu „The Amazing Spider-Man“ fällt mir doch etwas schwer. Weder kann ich den Film uneingeschränkt empfehlen, noch von ihm abraten. Der Film ist nicht schlecht, kommt aufgrund der erwähnten Mängel aber eben auch nicht über das tiefste Mittelmaß hinaus. Echte Spidey-Fans werden ihn ohnehin anschauen/schon angeschaut haben und auch sicherlich mehr Spaß gehabt haben als mit den miesen letzten Filmen, dennoch hätte man weitaus mehr aus dem Film machen können. Der Allgemeinheit würde ich sagen, dass „The Amazing Spider-Man“ einer dieser Filme ist, den man sich durchaus mal aus der Videothek leihen oder ansehen kann, wenn er im Fernsehen läuft. Außer für Fans lohnt sich ein Kauf der DVD/Blu-Ray aber leider nicht.

-Chris-

 

11.6.13 19:58
 


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