Chris' & Seb's Nerdblog
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"EVIL DEAD" - höllisch gut oder hässliche Dämonenfratze?

Seb:

Wieder ist es soweit, ein Reboot eines Kultfilmes kommt ins Kino, wie zuvor schon bei „Total Recall“, „Dawn of the Dead“, „The Texas Chainsaw Massacre“ und all den anderen, besteht die Möglichkeit den Geist des Originals zu wahren und dem Film mit mehr Budget, besserer Tricktechnik oder einfach nur einer anderen Perspektive für eine neue Generation von Filmfans interessant zu machen. Das es durchaus möglich ist, einen Klassiker erfolgreich und mit dem nötigen Respekt in ein neues Gewand zu hüllen, wurde schon erfolgreich bewiesen, doch wie bei jedem Remake/Reboot, sind die Erwartungen und Befürchtungen etwa gleich hoch; wie sich „Evil Dead“ so schlägt, werdet ihr hier lesen können.

Keine Macht den Drogen...äh...Dämonen

Die Story lässt sich schnell zusammenfassen, die drogenabhängige Mia möchte mit Hilfe ihres Bruders, dessen Freundin und zwei gemeinsamen Freunden, ihre Sucht in den Griff kriegen, dazu fahren sie zu einer Hütte in den Wäldern. Dummerweise findet sie dort im Keller, zwischen den Überresten eines Rituals, das „Buch der Toten“ und wer hätte es gedacht, es findet sich auch schnell jemand, der aus eben diesem Buch laut vorliest.
Nun spult sich das genretypische „10 kleine Jägermeister“-Prinzip ab und über die Restlaufzeit des Films wird nun geschnitten, gerissen, geschlagen, geschlitzt, verbrüht, verstümmelt und verbrannt.

Großes Kino oder großer Unsinn

„Der schockierendste Film, den du jemals sehen wirst.“- das verspricht das Kinoplakat und auch wenn die im Film gezeigte Gewalt und die Gore-Effekte, wirklich nicht ohne sind, hat sich der Film dieses Prädikat nicht verdient. Dafür hätte es mehr gebraucht als „nur“ wilde Amputationsorgien und Schimpftiraden. Der Film zeigt nix, was nicht schon irgendein Teil der „Saw“-Reihe gezeigt hätte und auch die schimpfenden Besessenen sind nicht neu, das hat „Der Exorzist“ im Jahr 1973 schon besser gemacht.
Die Darsteller haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass ihnen entweder Motivation oder Können gefehlt haben, sie waren mir durchweg so unsympathisch, dass ihr Schicksal mir egal war und das sollte ja eigentlich nicht so sein. Technisch macht der Film einen soliden Eindruck und wer die Nase voll hat von CGI-Blut wird hier nochmal echtes Kunstblut sehen können und viele handgemachte Effekte.
Wer aber erwartet, dass er hier entweder ein neues Level an Gewalt, Tabubrüche oder echten Horror erlebt, wird enttäuscht. Noch schlimmer wird es, wenn man von „Evil Dead“ erwartet, was der Name verspricht, nämlich ein Remake von „Tanz der Teufel“. Während das Original noch mit tiefschwarzem Humor und innovativen Ideen bestechen konnte und genau deshalb seit Jahren als Kultfilm gilt, zeigt das Remake nichts davon. Hier werden bierernste Dialoge abgespult und ein Darsteller nach dem anderen ausgeknipst.

Fazit

Ich bin großer Fan des Originals und als solcher hat mir „Evil Dead“ keinen Spaß gemacht. Es fehlt der Humor der großen Vorlage und keiner der Darsteller erreicht auch nur ansatzweise die Qualität Bruce Campbells.
Erwartet man nix außer einen kurzweiligen Splatterfilm, der das Genre nicht neu erfinden möchte, wird man Spaß an „Evil Dead“ haben können.

 

Chris:

-Wer den Text des meckernden Herren über mir gelesen hat, wird sich jetzt vermutlich fragen, ob „Evil Dead“ wirklich so dermaßen schlecht ist oder der Typ einfach nur Sand in der Vagina hat. Nun, ich würde sagen: Ein bißchen von beidem

So sah der ursprüngliche Einstieg in meinen Text aus, da ich nach dem gemeinsamen Kinobesuch (inklusive Hasstiraden des werten Kollegen über mir) davon ausging, dass Sebastian mal so richtig auf die sprichwörtliche Kacke haut und voll vom Leder zieht. Jetzt, wo ich unsere Texte zusammenfüge, ist mein Beitrag auf einmal der mit mehr Wut im Bauch. Hab ich etwa den Sand… Ach, lassen wir das! Film ab!

Zu Allererst muss ich sagen, dass ich den Film gar nicht als Remake, sondern eher als Re-Imagining verstanden habe. Meiner Meinung nach wurde gar nicht versucht das Original mit neuen Mitteln nochmal zu erzählen. Hier wurde sich der Grundthematik von „Tanz der Teufel“ bedient und versucht etwas Neues draus zu machen. Vermutlich sollte alles hipper wirken und dem modernen Zuschauer angepasst sein. Das macht den Film aber nur bedingt besser. Vor allem erweckt es den Eindruck als würde dem Zuschauer nicht zugetraut etwas anderes als Genre-übliche Klischees zu kapieren. Teilweise habe ich mich an (den grandiosen) „The Cabin in the Woods“ erinnert gefühlt. Nur mit dem Unterschied, dass dieser das mit abgenutzten Stereotypen übersäte Genre des Horrorfilms auf die Schippe nahm, ja geradezu dekonstruierte; „Evil Dead“ allerdings einfallslos und scheinbar ernsthaft auf jenen ausgelatschten Pfaden wandert. Dazu kommt leider auch noch, dass sämtliche Charaktere unsympathisch und ziemlich blöde sind. Eine Identifikation, die gerade in einem Horrorfilm doch so wichtig ist um den Zuschauer emotional zu packen, kann so gar nicht stattfinden.

Eine Story ist eigentlich gar nicht vorhanden. 5 Klischee-Charaktere fahren also zu dieser Hütte in den Wald, weil eine von ihnen Heroinsüchtig ist und auf kalten Entzug gesetzt werden soll. Hmm… joa… achja, die Süchtige heißt Mia (Jane Levy) und ihr Bruder David (Shiloh Fernandez) ist halt auch in der Gruppe dabei. Das sollte man vielleicht mal erwähnen, weil sich zwischen den beiden noch ein uninteressanter Sub-Plot entwickelt, der zwar nicht wirklich handlungsrelevant ist, aber immer mal wieder ausgeführt wird. Die Mutter von den beiden ist wohl irgendwann wahnsinnig geworden und David hat sich nicht drum gekümmert, sondern Mia mit ihr allein gelassen. Irgendwie so. Wie gesagt, überhaupt nicht wichtig, obwohl sogar etwas Potenzial vorhanden gewesen wäre. Hätte man doch hervorragend mit Entzugserscheinungen und Wahnsinn in Bezug auf die Dämonen spielen können, den Zuschauer im Unklaren lassen können, rätseln lassen können was überhaupt echt ist. Aber entweder haben die als Drehbuchschreiber agierenden Schimpansen das nicht realisiert oder der gemeine „Evil Dead“-Kinobesucher wurde von den Machern schlicht als für zu doof erachtet, so was in die Birne zu kriegen.

Nach circa 15 bis 20 schnarchigen Minuten, in denen sich diese Alibi-Story entspinnt, wird dann endlich aus dem Necronomicon gelesen und der Dämonen- und Metzelspaß kann beginnen. Hier hat der Film dann auch seine kleinen Stärken, denn es ist tatsächlich nochmal ein Streifen, der das 18er Siegel verdient hat und Splatter-Fans durchaus einigen Spaß bescheren dürfte. Allerdings sollten diese unbedingt darauf verzichten, sich vorher den Trailer anzusehen, denn nahezu jede gelungene Szene wird schon dort verbraten, so dass der Film sonst ziemlich überraschungsarm bleibt. Außerdem sind die Effekte oftmals grenzwertig. Das CGI sieht grauenhaft aus, während die handgemachten Ekel-Szenen einen recht coolen Look haben. Doch der scheinbar absolut unfähige Regisseur Fede Alvarez (der auch das Drehbuch verbrochen hat) versteht es einfach nicht seinem Werk einen stimmigen Anstrich zu verpassen. Sieht man einen schönen handgemachten Effekt, blendet er in der nächsten Einstellung auf schlechtes CGI. Dieser Stilbruch verhindert nicht nur, dass der Zuschauer in den Film eintaucht, sondern lässt „Evil Dead“ regelrecht billig wirken.

Ihr merkt schon, begeistert hat mich der Film nun wirklich nicht, dennoch heißt das nicht, dass ich nicht doch ein bißchen Spaß hatte. Der Film ist dumm und plump, aber wenigstens straff und flott inszeniert. Nach der etwas langatmigen Anfangsviertelstunde habe ich mich zu keiner Zeit mehr gelangweilt. Irgendwas passierte immer. Auch der ganze Splatter-Kram hat mir ganz gut gefallen, was aber eben auch daran liegt, dass ich es nochmal genossen habe einen Film zu sehen, der so unverblümt und drastisch Gewalt zelebriert. Solche Filme werden heutzutage eigentlich nicht mehr im Kino gezeigt. Schade eben nur, dass mich die miesen Effekte immer wieder aus meinem „Evil Dead“-Erlebnis herausgeworfen haben. Lobend erwähnen möchte ich aber noch das Finale. Es ist wirr, blöd und macht keinen Sinn, aber es war richtig cool inszeniert. Verdammte Scheiße, (*MINI-SPOILER*) es hat Blut geregnet! (*SPOILER ENDE*) Die Idee fand ich richtig klasse.

Allgemein würde ich sagen, dass Splatter-Fans sicherlich ihren Spaß haben werden, jedoch nichts Großartiges erwarten sollten. Alle anderen haben nun wirklich keinen Grund sich „Evil Dead“ anzuschauen. Um ehrlich zu sein, lebt der Film nur von seinem großen Namen. Ohne diesen wäre es einfach eine Low-Budget Produktion, die keine Sau interessieren dürfte.

„Evil Dead“ ist für mich ein typischer Videotheken-Film: Ausleihen, einmal angucken, wieder bringen (, vergessen). Das Geld fürs Kino oder später gar die DVD/Blu-Ray Version lohnt sich absolut nicht.

 

(kleine Anmerkung zum Kinobesuch: Sehr interessant fand ich, dass sich das Kinopublikum schon in der Lobby gut trennbar unterscheiden ließ. Die Personen mit Bartwuchs gingen in „Evil Dead“ und die mit leerem Blick und schräger Kappe in „Fast & Furious 6“. Es hätte also tatsächlich schlimmer kommen können. Uh, bin ich ein Arschloch! )

 -Chris & Seb-

3.6.13 17:14
 


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